Funkfeuer in der Österreich in den 1950er Jahren

Navaids: NDB, Range, ILS

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Die folgende Liste enthält die Luftfahrt-Funkfeuer, die in Österreich Mitte der 1950er Jahre aktiv waren. Alle Informationen sind veraltet und dürfen nicht für navigatorische Zwecke verwendet werden.

Es ist schwierig, ein vollständiges und konsistentes Verzeichnis zu erstellen. Österreich war von 1945 bis 1955 in vier Besatzungszonen geteilt und zu den Funkfeuern in der sowjetischen Zone liegen kaum Informationen vor. Aber auch in den drei anderen Zonen bzw. restlichen Gebieten kam es gerade im betrachteten Zeitraum durch die Wiedererlangung der vollen Souveränität zu vielen Veränderungen. Diese lassen sich mit dem mir vorliegenden Material nicht vollständig nachvollziehen, so dass dieses Verzeichnis Informationen von mehreren Zeitpunkten mischt. Der überwiegende Teil bezieht sich jedoch auf die Besatzungszeit bis 1955.

  • Die sowjetischen Flugplätze befanden sich vor allem in Niederösterreich. Hier sind nur einzelne Informationen verfügbar.
  • Die US-amerikanischen Truppen nutzten die Flugplätze Linz, Salzburg und den in der sowjetischen Zone gelegenen Flugplatz Tulln.
  • Die englischen Truppen nutzten die Flugplätze Klagenfurt und Wien-Schwechat, hatten diese jedoch schon früh in zivile Verwaltung gegeben.
  • Die franzöischen Truppen nutzten den Flugplatz Innsbruck.

Darüber hinaus gab es in Wien kleine Landeplätze, die aber vermutlich keine Funkfeuer besaßen.

Funkfeuer und Luftstraßen 1955

Funkfeuer und Luftstraßen Österreich, Innsbruck
Westlicher Teil von Österreich mit dem französischen Militärflugplatz Innsbruck (Quelle: DoD)
Funkfeuer Salzburg, Linz, Wien, Österreich
Östlicher Teil. - Die Fluglätze Salzburg, Linz und Wien Schwechat sind noch als Militärflugplätze gekennzeichnet. Jedoch ist die Luftstraße von Graz nach Wien im Vergleich zu den frühen 1950er Jahren begradigt, so dass sie vermutlich nicht mehr durch die sowjetische Besatzungszone führt. Daher scheint diese Karte den Zustand kurz nach Auflösung der Zonen zu repräsentieren. Unklar bleibt auch die Fortsetzung der Luftstraße 3, die von Prag zum Meldepunkt DRESSENDORF führt und dort offenbar endet. (Quelle: DoD)

Erläuterungen

Abkürzungen

approx.approximatelyungefähr
ILSInstrument Landing SystemInstrumentenlandesystem
IMInner MarkerPlatzeinflugzeichen.
(Markierungsfunkfeuer direkt vor der Landebahn)
kHzKilohertz(Einheit für die Frequenz)
LLocatorUngerichtetes Funkfeuer für den Anflug
LMMLocator Middle MarkerKombination aus Middle Marker und Locator
LOMLocator Outer MarkerKombination aus Outer Marker und Locator
mMeterMeter
MHzMegahertz(Einheit für die Frequenz)
MMMiddle MarkerHaupteinflugzeichen
(Markierungsfunkfeuer, oft ca. 1 km vor der Landebahn)
NDBNon-directional beaconUngerichtetes Funkfeuer auf Lang- oder Mittelwelle
NMNautical MilesSeemeilen
OMOuter MarkerVoreinflugzeichen
(Markierungsfunkfeuer, oft ca. 7 km vor der Landebahn)
SBAStandard Beam ApproachAnflughilfe, Lorenz-System, Vorgänger des ILS
THRThresholdLandebahnschwelle (meist mit Nummer der Landebahn)
VORVHF Omnidirectional Radio RangeUKW-Drehfunkfeuer
WWatt(Einheit für die Leistung)
WGS84World Geodetic System 1984(Geodätisches Referenzsystem, GPS-Koordinaten)

Verzeichnis


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Bad Vöslau: Flugplatz


Sowjetischer Flugplatz Bad Vöslau, Österreich
Skizze vom sowjetischen Flugplatz Bad Vöslau aus dem Juli 1952 - Diese Karte gibt einen guten Anhaltspunkt dafür, dass auch auf den sowjetischen Flugplätzen in Österreich Funkfeuer vorhanden waren: 1 = Äußeres Funkfeuer (Fernfunkfeuer), 3 = Inneres Funkfeuer (Nahfunkfeuer) (Quelle: CIA)

Graz: Flughafen Thalerhof (Fliegerhorst Nitter)


Graz: Locator (civ)
N4658 E01527 (approx.), 350°/1.0 NM to field Google Maps
GR, 329 kHz, 60 W
Operated on request.
Graz: NDB (civ)
N4655 E01528 (approx.), 350°/4.4 NM to field Google Maps
OEG, 290 kHz, 800 W

Innsbruck: Flughafen (Kranebitten)


Innsbruck: NDB (FAF)
N4714 E01125 (approx.), 127°/3.0 NM to field Google Maps
OEJ, 278 kHz, 1000 W
The direction 127° is probably the direction from the field to the beacon.

Klagenfurt: Flughafen (Annabichl, Möderndorf)


Klagenfurt: NDB (civ)
N4639 E01419 (approx.) Google Maps
OEK, 374 kHz, 1200 W

Linz: Flughafen Hörsching (Fliegerhorst Vogler)


Linz: Locator (US)
N4814 E01419 (approx.) Google Maps
LO, 301 kHz, 15 W
Linz: Locator (US)
N4814 E01413 (approx.) Google Maps
LI, 316 kHz, 15 W
Linz: NDB (US)
N4818 E01404 (approx.) Google Maps
OEL, 327 kHz, 400 W
Linz: Range (US)
272°/3.0 NM to field
OEA, 327 kHz
In 1950.

Salzburg: Flughafen


Salzburg: Locator (US)
N4748 E01300 (approx.) Google Maps
SZ, 315 kHz
Salzburg: NDB (US)
N4756 E01257 (approx.), 349°/9.0 NM to field Google Maps
OES, 382 kHz, 800 W

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Wien: Flughafen Schwechat


Wien/Schwechat: Eureka (RAF)
Wien/Schwechat: NDB (RAF)
OEW, 408 kHz
Located at field. In 1950.
Wien/Schwechat: NDB (civ)
N4806 E01635 (approx.) Google Maps
WN, 325.3 kHz
Operated from 1 hour before estimated time of arrival (ETA).
Wien/Schwechat: SBA (RAF)
Runway 12:
Wien/Schwechat: ILS 12
OEW, 110.3 MHz
Operated during aerodrome times.
Wien/Schwechat: LOM 12
N4808 E01628 (approx.), 300°/3.9 NM to field Google Maps
WO, 378 kHz, 40 W
On test.
Wien/Schwechat: MM 12
120°/0.65 NM to THR 12
Dots Dashes, 75 MHz
RAF-Flugplatz Wien Schwechat 1950
Flugplatz Wien Schwechat auf einer Karte von 1950 - Zu diesem Zeitpunkt wird der Platz von der Royal Air Force (RAF) genutzt. Das kreisförmige Symbol links oben ist das Funkfeuer OEW auf 408 kHz. (Quelle: DoD)

Tulln: Fliegerhorst (Langenlebarn, Brumowski)


Wien/Tulln: NDB (US)
N481926 E0160550 (WGS84, transf.) Google Maps
OEC, 358 kHz, 750 W
Wien/Tulln: Range (US)
N481850 E0160709 (WGS84, transf.) Google Maps
OEA, 256 kHz, 100 W
The four predefined courses to the Range were 089°, 179°, 269° and 359°.
Anflug auf den Flugplatz Tulln, Österreich,  1951
Anflug auf den Flugplatz Tulln unter Nutzung der Tulln Range (1951). - Der Flugplatz befindet sich in der sowjetischen Besatzungszone, wird jedoch von US-Truppen genutzt. (Quelle: DoD)

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