Funkfeuer in der Schweiz in den 1950er Jahren

Navaids: NDB, Range, ILS

Nur zur geschichtlichen Information, nicht zur Navigation oder zum Fliegen verwenden!

Die folgende Liste enthält die Luftfahrt-Funkfeuer, die in der Schweiz Mitte der 1950er Jahre aktiv waren. Alle Informationen sind veraltet und dürfen nicht für navigatorische Zwecke verwendet werden.

Zu dieser Zeit wurden ausschließlich ungerichtete Funkfeuer (NDB) genutzt. Ranges gab es offenbar zu keinem Zeitpunkt in der Schweiz. UKW-Drehfunkfeuer (VOR) waren noch nicht vorhanden. Die Flughäfen Genf und Zürich waren schon mehrere Jahre mit Instrumentenlandesystemen ausgestattet. Die Standard Beam Approach-Systeme (SBA, Lorenz-System) auf diesen beiden Plätzen wurden vermutlich in den frühen 1950er Jahren außer Betrieb genommen.

Bemerkenswert sind die Funkfeuer Monte Ceneri und Sottens. Sie arbeiteten auf der selben Frequenz wie die Rundfunksender an diesen Orten. Die Funkfeuer wurden nur in den Sendepausen der Rundfunksender betrieben. Das deutet darauf hin, dass die Rundfunksender planmäßig als Navigationshilfe genutzt wurden. Das ist ein Unterschied zur Situation Jahrzehte später: Leistungsfähige Sendeanlagen können wegen der von ihnen erzeugten elektromagnetischen Feldstärken die Flugzeugelektronik stören und sind deshalb als "High Intensity Radio Transmission Areas" (HIRTA) besonders ausgewiesen und werden möglichst gemieden.

Die Liste ist unvollständig, da mir keine Informationen zu militärischen Funkfeuern vorliegen.

Funkfeuer und Luftstraßen 1955

Funkfeuer Zürich, Schweiz
Nordöstlicher Teil der Schweiz (links unten) - Angrenzend: Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien (Quelle: DoD)
Funkfeuer Bern, Schweiz
Gebiet um Bern (rechts) (Quelle: DoD)
Funkfeuer Genf, Schweiz
Genf (oben rechts) (Quelle: DoD)
Funkfeuer Tessin, Schweiz
Tessin mit Funkfeuer Monte Ceneri (oben Mitte) (Quelle: DoD)

Erläuterungen

Abkürzungen

approx.approximatelyungefähr
ILSInstrument Landing SystemInstrumentenlandesystem
IMInner MarkerPlatzeinflugzeichen.
(Markierungsfunkfeuer direkt vor der Landebahn)
kHzKilohertz(Einheit für die Frequenz)
LLocatorUngerichtetes Funkfeuer für den Anflug
LMMLocator Middle MarkerKombination aus Middle Marker und Locator
LOMLocator Outer MarkerKombination aus Outer Marker und Locator
mMeterMeter
MHzMegahertz(Einheit für die Frequenz)
MMMiddle MarkerHaupteinflugzeichen
(Markierungsfunkfeuer, oft ca. 1 km vor der Landebahn)
NDBNon-directional beaconUngerichtetes Funkfeuer auf Lang- oder Mittelwelle
NMNautical MilesSeemeilen
OMOuter MarkerVoreinflugzeichen
(Markierungsfunkfeuer, oft ca. 7 km vor der Landebahn)
SBAStandard Beam ApproachAnflughilfe, Lorenz-System, Vorgänger des ILS
THRThresholdLandebahnschwelle (meist mit Nummer der Landebahn)
VORVHF Omnidirectional Radio RangeUKW-Drehfunkfeuer
WWatt(Einheit für die Leistung)
WGS84World Geodetic System 1984(Geodätisches Referenzsystem, GPS-Koordinaten)

Verzeichnis


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Bern: Flughafen Belpmoos


Bern: Marker
N4659 E00722 (approx.) Google Maps
75 MHz
Located in Uettligen.
Bern: NDB
N4659 E00722 (approx.) Google Maps
UE, 366.5 kHz, 60 W
The ident "UE" is probably derived from the location near Uettligen.

Genf: Flughafen


Runway 23:
Geneva/Cointrin: Locator 23
N4617 E00610 (approx.), 231°/3.25 NM to THR 23 Google Maps
OG, 279 kHz
Located in Versoix.
Geneva/Cointrin: ILS 23
GE, 109.9 MHz
Operated on request.
Geneva/Cointrin: OM 23 (ILS)
231°/3.3 NM to THR 23
Dashes, 75 MHz
Geneva/Cointrin: MM 23 (ILS)
231°/0.53 NM to THR 23
Dots Dashes, 75 MHz
Geneva/Cointrin: IM 23 (ILS)
231°/0.04 NM to THR 23
Dots, 75 MHz
Geneva/Cointrin: SBA 23
Geneva/Cointrin: OM 23 (SBA)
231° to THR 23
Dashes, 38 MHz
Geneva/Cointrin: IM 23 (SBA)
231° to THR 23
Dots, 38 MHz
SBA- und ILS-Anflug Flughafen Genf, Schweiz
Karte aus dem Jahr 1952 mit SBA-Anflug (Standard Beam Approach) und ILS-Anflug (Instrumentenlandesystem), Genf Landebahn 23 - SCS 51 ist eine andere Bezeichnung für das Instrumentenlandesystem (ILS). Gut erkennbar sind die unterschiedlichen Markierungsfunkfeuer (Outer Marker, Middle Marker, Inner Marker) für SBA und ILS/SCS 51. Die ungerichteten Funkfeuer ("R Bn" = Radio beacon) Gland, Passeiry und Lancy sind jeweils mit Z-Markern ausgestattet, die den Überflug signalisieren. (Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz / Fotograf: Swissair / LBS_SR03-05712 / Lizenz CC BY-SA 4.0)

Gland: Marker
N4626 E00617 (approx.) Google Maps
75 MHz
Gland: NDB
N4626 E00617 (approx.), 216°/13 NM to Geneva Google Maps
HEW, 253.5 kHz

Kernenried: NDB
N4704 E00733 (approx.), 197°/9.5 NM to Bern/Belp Google Maps
BP, 312 kHz
Operated from 0600 to 0830, from 1100 to 1300, from 1530 to 1800 and on request to Zürich ATCC.

Lancy: Marker
N4612 E00606 (approx.) Google Maps
75 MHz
Lancy: NDB
N4612 E00606 (approx.), 350°/2.15 NM to Geneva Google Maps
LA, 316 kHz

Monte Ceneri: NDB
N4608 E00855 (approx.) Google Maps
HEL, 557 kHz, 150 W
Operated when broadcast station was closed, from 2200 to 0600, from 0630 to 1000 and from 1300 to 1530

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Münchenbuchsee: Marker
N4701 E00727 (approx.) Google Maps
75 MHz
Operated from 0600 to 1800.
It is unclear if the Marker beacon is related to the former Landessender broadcasting station at Münchenbuchsee.

Passeiry: Marker
N4610 E00600 (approx.) Google Maps
75 MHz
Passeiry: NDB
N4610 E00600 (approx.), 051°/5.6 NM to Geneva Google Maps
PY, 341 kHz

Sottens: NDB
N4639 E00644 (approx.) Google Maps
HEO, 764 kHz, 200 W
Operated when the broadcast station was not working, from 0640 to 1000, from 1300 to 1530 and from 2200 to 0610.

Trasadingen: NDB
N4740 E00825 (approx.), 162°/13.0 NM to Zürich/Kloten Google Maps
HEZ, 395 kHz, 400 W

Zürich East: NDB
N4738 E00847 (approx.), 225°/14.0 NM to Zürich/Kloten Google Maps
ZE, 371.5 kHz

Zürich West: NDB
N4726 E00812 (approx.), 090°/14.0 NM to Zürich/Kloten Google Maps
ZW, 326 kHz

Zürich: Flughafen Kloten


Runway 16:
Zürich/Kloten: Rhine NDB
N473401 E0082823 (WGS84, transf.), 159°/6.2 NM to THR 16 Google Maps
RN, 293 kHz
Fan Marker:, 75 MHz
Zürich/Kloten: ILS 16
Z, 110.3 MHz
Zürich/Kloten: Glatt LOM 16 (ILS)
N4731 E00830 (approx.), 159°/3.5 NM to field Google Maps
Locator: OZ, 316 kHz
Outer Marker: Dashes, 75 MHz
Zürich/Kloten: MM 16 (ILS)
159°/0.58 NM to THR 16
Dots Dashes, 75 MHz
Zürich/Kloten: IM 16 (ILS)
159°/0.04 NM to THR 16
Dots, 75 MHz
Zürich/Kloten: SBA 16
Zürich/Kloten: OM 16 (SBA)
159° to THR 16
Dashes, 38 MHz
Zürich/Kloten: IM 16 (SBA)
159° to THR 16
Dots, 38 MHz
Runway 34:
Zürich/Kloten: NDB
N472638 E0083328 (WGS84, transf.), 339°/0.29 NM to THR 34 Google Maps
KL, 360 kHz
Anflug auf Zürich Kloten Landebahn 16 im Jahr 1954 - Im Unterschied zu den Funkfeuern Glatt und Rhine scheint sich das Funkfeuer Trasadingen nicht exakt auf der Anfluglinie befunden zu haben, sondern etwas östlich davon. (Quelle: DoD)
Flughafen Zürich Kloten in 1954 - Das Funkfeuer "KL" befand sich südlich des Beginns der Landebahn 34. Später wurde die Bahn in diese Richtung verlängert. (Quelle: DoD)

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